17.04.2012 | Moorbeetpflanzen - Frühlingsblüher

Pflanzenparadies Micko, Rosengasse 21, 8501 Lieboch-Schadendorf

Ende April bis Anfang Mai ist Pflanzzeit für Rhododendren, Azaleen und ihre Begleitpflanzen.

Man liebt sie oder man hasst sie: Der Eine wird angesichts der enormen Farbenvielfalt der Rhododendren von der Sammelleidenschaft gepackt, dem Anderen wirken die immergrünen Gehölze mit ihren radialen Blätterkränzen zu düster und fremdartig. Und der Dritte mag sie zwar, hat mit den Pflanzen aber schlicht und einfach kein Glück. Aber dieses Problem lässt sich lösen.

Die Urformen der heutigen Rhododendron-Sorten wachsen in lichten Laubwäldern auf humusreichen, kalkarmen und gleichmäßig feuchten Böden mit einem hohen Anteil halb zersetzter Blätter und anderer Pflanzenreste. Das sieht man auch dem Wurzelwerk an: Es ist sehr flach und dicht und besitzt einen so hohen Feinwurzelanteil, dass man beim Umpflanzen oft sogar auf ein Ballentuch verzichten kann. Der hohe Anteil an Feinwurzeln ist optimal, um aus den gut durchlüfteten Böden am Naturstandort die nötigen Nährstoffe aufzunehmen.

Um mit Rhododendren im Garten Erfolg zu haben, muss man die Standortbedingungen ihrer heimatlichen Wälder so gut wie möglich simulieren. Der ideale Standort ist leicht beschattet, so dass die Rhododendren während der Mittagszeit nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Zu schattig sollte der Platz für Ihre Rhododendren allerdings nicht sein, denn sonst setzen sie weniger Blüten an.

Die flach und breit wachsenden Yakushimanum-Hybriden wachsen im Gegensatz zu den meisten anderen Rhododendron-Sorten auch an sonnigen Standorten. Ihr frischer Austrieb besitzt einen mehlartigen Überzug, der die Pflanzen vor zu starker Sonneneinstrahlung schützt.

Der Boden im Rhododendron-Beet muss wie am Naturstandort sehr locker und humusreich sein. Auf schweren Lehmböden versagen die Pflanzen, weil sich ihre Wurzeln nicht ausbreiten können. Sie müssen daher bei ungünstigen Bodenverhältnissen einen Bodenaustausch vornehmen. Heben Sie dazu je Pflanze ein 50 Zentimeter tiefes Loch aus, das einen Durchmesser von ca. 100cm haben sollte. Dieses sollte dann mit Rhododendronerde und Torf befüllt werden.
Die Oberseite des Wurzelballens sollte nicht mit Erde bedeckt sein: Werden Rhododendren zu tief gepflanzt, stirbt das empfindliche Wurzelwerk ab und die Pflanzen gehen ein. Lassen Sie den Wurzelballen deshalb zur Sicherheit lieber ein bis zwei Zentimeter aus dem Boden herausragen.

Nach dem Pflanzen werden die Rhododendren gut angegossen und mit einer oder zwei Handvoll Hornspäne oder spezial Rhododedrondünger gedüngt, die man großzügig im Wurzelbereich ausstreut. Zum Schluss erhalten die Pflanzen noch eine etwa fünf Zentimeter hohe Mulchschicht aus Rindenmulch oder -kompost. Sie schützt – wie die Laubschicht am Naturstandort – den Boden vor Austrocknung und starken Temperaturschwankungen. Tipp: Bei ungünstigen Bodenverhältnissen sollten Sie die Inkarho–Rhododendren pflanzen. Dabei handelt es sich um normale Rhododendron-Sorten, die aber auf eine spezielle, relativ kalktolerante Veredlungsunterlage gepfropft wurden. Versuche haben belegt, dass diese Pflanzen auch auf lehmigeren, nicht kalkfreien Böden ein ausreichendes Wurzelwachstum zeigen. Dennoch muss man auch solche Böden gründlich lockern und mit viel Rhododendronerde anreichern.

Optimale Begleitpflanzen fürs Moorbeet sind:
Calluna und Erika

Lavendelheide (Pieris), und Skimmien

Jap. Schirmtanne (Sciadopitis)

Zwergrhododendren und Zwergazaleen

Japanische Ahorn

Etagenhartriegel

Hortensien

Amberbaum (Liquidambar)



Begleitstauden sind:
- Alpenveilchen, Anemonen, Astilben,
- Bergenien, Blaustern,
- Eisenhut, Elfenblumen,
- Farne, Fingerhut, Funkien,
- Gedenkemein, Gräser (Seggen, Marbeln),
- Immergrün, Iris (sibirica),
- Kaukassusvergissmeinnicht, Krokus,
- Lungenkraut,
- Narzissen,
- Primeln,
- Schaumblüte, Scheinmohn, Schneeglöckchen,
- Silberkerze, Storchschnabel,
- Tulpen,
- Wachsglocke, Waldsteinien,

 

Zuschauer Frage: Wie kann man den Boden messen, um wissen zu können ob der Boden sauer oder basisch also alkalisch ist? Denn ich möchte Kalk streuen.


Antwort von Angelika Ertl:

Der PH- Wert wird mittels einem Test gemessen, den es von verschiedenen Anbietern gibt.
Meist wird in ein Röhrchen Wasser und Erde vermengt und eine Tablette dazugegeben.
Dann erkennt man anhand der Farbe welchen PH-Wert der Boden hat.
Grundsatz:
Nur dann kalken, wenn der PH- Wert gesunken ist, damit der Boden nicht übersäuert.
Aber Achtung: Nie kalken und düngen gleichzeitig, denn durch das Kalken wird das Bodenleben sofort angeregt.

Auch in Biofert ist eine gute Dosis Kalk enthalten.
 

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